+++ Pressemitteilung +++

Zertificon Solutions sagt „Nein“ zu Softwarepatenten in der EU

Berlin, 27. Juni 2005

Vertreter im Europaparlament können Patente auf Softwarelösungen verhindern

Die Zertificon Solutions GmbHist besorgt über die Pläne des EU-Ministerrats zur Legalisierung von Patenten auf Softwarelösungen („computer-implementierte Erfindungen“). Am 6. Juli wird das Europaparlament die letzte Möglichkeit haben, diese Patente zu verhindern. Der Förderverein für eine Freie Informelle Infrastruktur e.V. (FFII) hat Abstimmungsempfehlungen vorgelegt und bittet die Vertreter im Europaparlament diesen zu folgen. Zertificon Solutions unterstützt diesen Aufruf und die Initiative „Wirtschaftliche Mehrheit gegen Softwarepatente“, um Europa vor Softwarepatenten zu schützen. Laut Deutsche Bank Reseach behindern diese Patente Innovationen und gehen zu Lasten kleiner und mittelgroßer Software-Unternehmen.

Der EU-Ministerrat hat eine Softwarepatent-Richtlinie verabschiedet, die Softwarepatente nach US- Vorbild in der Europäischen Union gesetzlich festschreiben würde. Sollte dies geschehen, würde Software nicht mehr demjenigen gehören, der sie geschrieben hat, sondern man könnte für den Vertrieb oder das Veröffentlichen der eigenen Software gerichtlich belangt werden. Dies würde nicht nur Arbeitsplätze in der deutschen Softwareindustrie gefährden, sondern im gesamten europäischen Software-Sektor.

Die Zertificon Solutions entwickelt Software, die die einfache Handhabung von Sicherheitsfunktionalitäten ermöglicht und dabei elektronische Geschäftsprozesse und –kommunikation absichert. Dabei stützt sich der Berliner IT-Security-Spezialist auf das Urheberrecht. Dr. Burkhard Wiegel, Geschäftsführer und CTO der Zertificon Solutions, lehnt Softwarepatente ab: „Wir brauchen die Gewissheit, dass wir das besitzen, was wir schreiben. Und wir brauchen die Gewissheit, dass wir unsere eigenen Programme veröffentlichen und vertreiben dürfen. Daher brauchen wir auch die Gewissheit, dass wir, solange wir die Regeln des Urheberrechts achten, jedes beliebige Programm auf einem Büro- oder Netzwerkrechner laufen lassen können. Wir fordern die Gesetzgeber auf, das Patentsystem strikt in den Grenzen der angewandten Naturwissenschaften zu halten. Prinzipiell sollte nur Wissen, dessen Auffindung kostspieliges Experimentieren mit Naturkräften erfordert, für den schwerfälligen Monopolschutz in Frage kommen, den das Patentwesen anbietet.“

Die Deutsche Bank Reseach bestätigt, dass kleine und mittelgroße Unternehmen einen außerordentlich großen Beitrag zu bahnbrechenden Innovationen leisten, und prognostiziert, dass diese von einer Patentierbarkeit am schlimmsten betroffen wären.